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GemSpark

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1 GemSpark am Mi Jun 29, 2011 4:48 am

Saphir

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Möchtegern-Vorwort

*Hust* Ähm... ich schreib halt gerne Geschichten. ^^ Schön, dass jemand sich in dieser Forum verirrt hat, oder dass jemand gesehen hat, dass hier etwas neues gepostet wurde. Neu deshalb, weil wahrscheinlich noch niemand ausser Repi und Cem die Geschichte richtig bemerkt haben. Falls ihr im Sinne habt, diese Geschichte jemals zu Ende zu lesen, bitte ich euch einige Kommentare zu hinterlassen. Das kann u.a. Kritik sein, aber auch Vorschläge zum Handlungsverlauf (allerdings habe ich den in Grobzügen schon, aber vielleicht kann ich ja auch etwas von euren Kommis mit einfliessen lassen). Die Kritik könnt ihr ruhig "böse" formulieren, ich will ja auch was lernen. ^^
Übrigens werde ich die Geschichte je nach euren Wünschen updaten, Kapitel hab ich momentan noch genug, sonst werde ich einfach weiterschreiben. Der Start umfasst jetzt mal Prolog+zwei Kapitel, damit die, die das möchten sich ein wenig einlesen können. Wahrscheinlich werde ich etwa einmal pro Woche ein neues Kapitel online stellen, kann aber, wie bereits gesagt, mehr oder weniger sein. Wie auch immer, hier die angekündigte Geschichte. Und die Platzhalter sind deswegen nötig, weil es eine Maximalanzahl Buchstaben gibt pro Post, ich kann deshalb nicht mehr als einige Kapitel im Post zusammenfassen Wink




GemSpark



Prolog
Der fast vollkommen schwarze Wald, glitt neben mir vorbei. Selbst wenn es nicht so dunkel gewesen wäre, konnte man bei dieser Geschwindigkeit kaum etwas erkennen, meine Füsse flogen beinahe über den Morast und liessen Spritzer von Schlamm und Wasser über den Weg regnen. Die einzigen Lichtquellen glommen als matt leuchtende Luminas in Form von Ringen an meinem schwarzen Körper. Durch sie umgab mich ein weiches Licht, das allerdings gerade jetzt sehr ungünstig war, da mich somit alle Pokemon des feindlichen Clans sehen konnten. Wenn meine Mission scheiterte, dann würde es vermutlich keine Hoffnung mehr für die Insel-Pokemon geben. Neben mir hörte ich plötzlich ein leises Rascheln. Reflexartig bremste ich sofort ab und sah einen schwarzen Körper in Katzengestalt an mir vorbeischlittern. Kaum war er zum stehen gekommen, wendete er und kam auf mich zu, die Kreatur war so schwer, dass ich durch die Luft gerissen wurde und brutal auf den Boden knallte. Es überschlug mich noch einmal, währenddem ich versuchte meine Füsse wieder an die Richtige Stelle zu bekommen, doch ich rutschte auf dem Matsch aus und blieb benommen liegen. Mein Feind nutzte diese Zeit um mich auf den Rücken zu werfen, um so meinen empfindlichen Bauch angreifen zu können. Verzweifelt rollte ich zur Seite, in der Hoffnung seinen Klauen zu entgehen, und mein Gegner traf mich tatsächlich nicht, und schlug seine Tatzen stattdessen in einen Stein. Ich sprang wieder auf die Füsse und wirbelte herum. Ungeachtet meiner Schmerzen stob ich ins Unterholz, und sah nur noch aus den Augenwinkeln, wie mein Verfolger mit der Nacht verschmolz.

Nach Atem ringend, blieb ich erst wieder stehen, als der grosse Fluss in Sicht kam. Komplett ausgelaugt kehrte ich in unser Lager zurück und erstattete dem Anführer Bericht über meinen Auftrag. Als ich geendet hatte, bedeutete mir der Anführer, dass ich mich ausruhen solle. Ich kehrte auf direktem Weg in meinen Bau zurück, ohne auf die fragenden Blicke meiner Freunde zu achten. Ich zitterte immer noch. Der Schock flaute nun zwar langsam ab, aber dafür spürte ich meine Wunde nun immer stärker. Um einer Entzündung vorzubeugen, wusch ich mein Ohr, wo ich auf dem Stein aufgetroffen war, sorgfältig mit der Pfote ab, worauf die Wunde dann aber nur noch stärker brannte, und rollte mich dann in meinem, trotz allem, gemütlichen Nest zusammen.

Trommelfellzerfetztende Schreie von draussen drangen an seine Ohren. Er versuchte auf die Beine zu springen, wollte losrennen, nach draussen um zu helfen. Doch seine Beine waren wie aus Blei, und er konnte sich nur mit unsäglicher Mühe bewegen. Je verzweifelter er versuchte sich aufzurappeln, desto weniger gehorchte ihm der Körper. Er spürte wie eine Katze draussen zusammenbrach. Sein Clan! Wenn er doch nur helfen könnte... Er fiel wieder hin. Zwei glühende gelbe Augen glimmten aus seinem Baueingang zu ihm herüber. Sie blinzelten und verengten sich zu Schlitzen. Das Augenpaar wurde ein wenig grösser, und als er einen Luftzug spürte, wusste er, dass der massige Körper direkt auf ihn zu kam. Unter ihm blitzten drei lange, silberne Krallen auf. Plötzlich begann er unkontrolliert zu zittern. In seinem Krampf versuchte er auf die Beine zu kommen, doch er viel abermals hin, als der andere ihn mit einem blossen Prankenhieb durch die Luft schleuderte. Sein Gegner war nun direkt über ihm, seine Tatze hob er an seine Kehle heran. Die Luftröhre wurde ihm zugedrückt, kurze Erleichterung überströmte ihn, als der andere die Tatze hob. Doch dann setzte das Monster über ihm zum Schlag an. Vielleicht war es ja besser wenn er sterben würde. Die anderen müssten ihn nicht mehr beschützen, alles wäre gut. Er schloss die Augen, als die schwarze Pranke auf ihn niedersauste und nur einen schlaffen Körper hinterliess.


1. Kapitel – Reperaturarbeiten
In der Ferne machte sich ein rosa zwischen vereinzelten Wolken breit, das die mit Schnee bedeckten Berge sanft glitzern liess. Sogar aus dieser Entfernung funkelte der Schnee wie Diamanten, und man konnte den Blick nicht direkt auf die Gipfel richten. Weiter unten war der Boden von einigen Kiefern und Laubbäumen, die zu dieser Jahreszeit rostrote Blätter trugen, bedeckt. Je näher die Vegetation dem Strand der riesigen Insel kam, desto üppiger wurde sie: Wo zwischen den kargen Felswänden des Gebirge nur vereinzelte Nadelbäume standen, wuchsen bei tieferen Punkten der Insel schon ganze Wälder. Teilweise waren in der heissen Zone sogar Palmen und andere Tropen-Bäume zu sehen. Die gerade aufgehende Sonne tauchte die Flora auf der Insel in ein bizarres Licht- und Schattenspiel, das sich über die ganze Landschaft zog. Falls man von der Lichtung aus gegen die Sonne schaute, erkannte man durch das grelle Licht nur groteske Figuren, die lange Schatten über die Lichtung warfen. Um die Lichtung erhob sich drohend ein gigantisches Dornenwerk, fast wie eine hohe Mauer, die in den Himmel ragte. Abgesehen von Kräutern und immergrünen Gras (was es dem in dieser Region tropischen Klima zu verdanken hatte), erhoben sich auch kleine Bauten, ebenfalls aus Pflanzen gebaut, in die Höhe. Die Öffnungen befanden sich auf der Sonnenabgewandten Seite, wodurch verhindert wurde, dass allzu viel Licht hereindrang. Diese Bemühungen wurden allerdings von groben Löchern zwischen Efeu und Blättern zunichte gemacht, was den Häusern ein bisschen das aussehen eines grünen Käses verlieh. Nahe an einem Loch der Mauer stand abgeschieden von den anderen Bauten eine etwas längleriche Hütte, deren Zustand offensichtlich ein bisschen besser war, als die der anderen, so das er eher wie eine längliche Kiwi aussah. Auf der gegenüberliegenden Seite, bei der die Dornenmauer schon fast ein Dach bildete, machte sich ein grosses, tatsächlich das grösste, Haus breit, das nicht minder verwittert als die Anderen aussah. Doch dieses Haus übertraf bei weitem nicht, das in der Mitte der Lichtung: Nur noch ein Haufen aus Ästen und Blättern war von dem zu sehen, was früher zweifellos auch bewohnt war.

Sonnenstrahlen drangen durch den Bau und erfüllten den sonst dämmrigen Raum mit Wärme und Licht. Das Tier, das auf einer Art Nest aus weichem Moos und Blättern, manchmal sogar Fellhaare, spürte ein Kribbeln im Pelz als sich die Lichtenergie, die auf seinen prächtigen nachtschwarzen Körper traf, in den Zellen seiner Luminas gespeichert wurde. Die ungewöhnlichen Ohren, die selbst für diese Tierart lang waren, zuckten leicht, als das Licht es sanft weckte. Das Tier hatte etwa die Grösse eines Hundes, doch der Körperbau glich einer Katze. Es hatte ein extrem dunkles Fell, welches das Licht so gut wie gar nicht reflektierte. Das Fell war ziemlich kurz, man sah jedoch einige Stellen, bei denen schon längeres, Winterfell, wuchs. Auffällig waren auch die schlanken, und dennoch starken Beine, die dazu gemacht waren, über lange Strecken durchzuhalten. Über den ganzen geschmeidigen Körper verteilt, waren Lichtringe zu sehen, die sich um Schwanz und Beine wanden. Die Luminas ermöglichten es, dass diese Tierart mit Photosynthese ihre Energie wieder auftanken konnten. Die Tiere die in dieser Welt lebten, Pokemon genannt, hatten besondere Fähigkeiten, die sie von anderen gewöhnlichen Tieren unterschied. Durch diese Aussergewöhnlichkeit wurden sie zu einer überlegenen Rasse. Doch die meisten der Pokemon nutzten ihre Macht nicht aus.
Hier auf dieser Tropeninsel, fern vom Meer und im Schutze riesiger schneebedeckten Gebirgsketten, hatten einige dieser seltsamen Geschöpfe ihre Heimat. Schon seit jeher nahm die Entwicklung, abgetrennt durch die unvorstellbar hohen Bergen, ihren eigenen Lauf. Besonders intelligente Spezien, waren sogar fähig ein Zusammenleben zu entwickeln, das uns Menschen nicht ganz unähnlich sah.

Das Nachtara hatte einen ziemlich beängstigenden Traum gehabt. Nachdem es eine Weile darüber gegrübelt hatte, was seine wichtige Mission zu bedeuten hatte, kam es zum Schluss, dass es lieber etwas Essen gehen sollte, sein Magen knurrte - nein fauchte - schon fast. Es streckte sich ausgiebig und sprang leichtfüssig auf, musste aber gerade wieder abliegen, als sich ein stechender Schmerz in Form Kopfwehs bemerkbar machte und ihm schwindlig wurde. Womöglich ein Energieproblem. Manchmal funktionierten die Luminas nicht richtig, was häufig nach einer Erkältung der Fall war, und dann staute sich die überschüssige Energie, die korrekt eigentlich wieder den gleichen Weg nach draussen, nämlich durch Abstrahlung über die Lumina-Ringe, nehmen sollte, fälschlicherweise im Kopf an, was dann schlussendlich zu Kopfweh führte. Es blieb noch ein paar Minuten vorsichtig liegen, bevor es sich erneut auf die Beine wagte, diesmal bedeutend vorsichtiger. Als der Schmerz nicht wieder zurückkehrte, lief es aus dem Bau heraus auf die sonnige Lichtung. Die Müdigkeit liess schlagartig nach, und das Nachtrara begann ein wenig zu frösteln. Hier draussen war es viel kälter als im gemütlichen Nest. Es atmete die frische Luft ein. Der Boden war noch von Frost und Tau benetzt, und ein leises Knirschen drang ihm bei jedem Schritt in die Ohren. Der Grossteil des Clans war bereits auf den Beinen und erledigte Patrouillen und Jagdausflüge. Die Pokemon lebten schon lange auf diese Weise zusammen. Sie hatten kleinere Gruppen gebildet: Jagdgruppen oder grössere die man dann ein Clan nannte. Zusammen waren sie stärker, und konnten Feinden besser trotzen. Sie unterstützten sich gegenseitig beim Beutejagen und kümmerten sich umeinander. Jeder der Clans auf dieser Insel hatte eine oder mehrere Heiler, die Verletzungen heilte, das sich ein unvorsichtiges Pokemon zugezogen hatte. Häufig mussten die jungen Tiere auch noch Überlebenstraining absolvieren, in denen ihnen beigebracht wurde wie man kämpft und jagt. Ein Clan hatte einen festen Wohnsitz, Lager genannt.
Das Lager das ihnen gehörte, wurde von einem Brombeergestrüpp, das in der inzwischen schon fast Herbstähnlichen Jahreszeit schon einen grossen Teil seiner Blätter verloren hatte, geschützt und der einzige Weg, der in das Lager führte, stellte ein schmaler Gang dar, der so lag, dass man ihn von jedem Standpunkt der geräumigen Lichtung sehen konnte. Über die Fläche verstreut lagen kleine Bauten, in denen die Pokemon wohnten. Normalerweise lebten alle zusammen in einem Bau, aber ein schauriges Unwetter hatte kürzlich den Welpenbau zerstört, wo Junge und ihre Eltern während der Säuglingszeit zusammen wohnten. Da die Jungen immer Vorrang hatten ihm Clanleben, wohnten sie vorübergehend im Kriegerbau, wo sonst die älteren Jungen und die Erwachsenen hausten. Somit mussten alle älteren Nachtaras sich mit provisorischen Bauten zufriedengeben, bis der Welpenbau wieder als intakt erklärt wurde.

Die Sonne schien durch das Blätterdach über ihm, und tauchte den Wald in grünliches Licht. Der Geruch nach Erde schien hier allgegenwärtig. Der Boden unter seinen weichen Füssen verschwand unter einer Schicht verdorrter Blätter, die jeden Schritt raschelten. Das Nachtara mochte es gut hier Jagen zu gehen. Besonders Herbst nannte es immer wieder als seine Lieblingsjahreszeit. Die roten und gelben Blätter um es herum tauchten die Welt in fröhliche Farben, die den sonst ausschliesslich moosgünen Wald fast unwirklich aussehen liessen. Es atmete die frische Luft ein, scharf stach sie ihm in die Nase. Der Herbst war angebrochen, der Boden war noch von Tau bedeckt, obwohl Mittag nicht mehr lange entfernt lag. Das Nachtara war zu einem Jagdgang mit seinem Gefährten aufgebrochen. Neben ihm spürte er seine Körperwärme. Plötzlich hörte es ein Rascheln. Sofort blieb es stehen und versuchte das Geräusch zu Orten. Das schwarze Pokemon fühlte das Trippeln kleiner Füsse. Zum Sprung bereit duckte es sich tief in die Blätter, seine Freunde machten es ihm nach. Vor ihm schnupperte ein violettes Nidoran an einer heruntergefallener Frucht. Dann fuhr es zusammen. Es hatte die kauernden Gestalten wargenommen. Blitzschnell schoss das Nachtara vor um das Nidorina zu fangen. Dieses sprang instinktiv davon, doch das Nachtara war schneller. Es streckte seine Krallen aus um es mit den Pfoten festhalten zu können und tötete es mit einem Biss. Der bittere Geschmack des Giftes, das sich in der Haut des Nidorinas befand, stieg ihm dabei in den Rachen und ihm wurde schwindlig. Sofort spuckte es das Nidorina wieder raus, als ihm bewusst wurde in welcher Gefahr es sich befand. Hinter ihm knackte es. Als es sich umdrehte sah es seine Gefährten auf ihn zukommen. „Guter Fang, Sparky!“, lobte ihn ein dunkelblau geschecktes Nachtara. „Danke, Grail“, erwiederte dieser, zum etwas grösseren Nachtara gewandt. Sparky war eigentlich nicht sein Name. Nur seine Freunde nannten ihn so, da seine Luminas besonders hell strahlten. Richtig hiess er Silvremoon, ein stolzer Name, wie er fand. Er verkörperte auf eine geheimnisvolle Art und Weise den silbernen Mond. „Wir sollten langsam zum Lager zurückkehren“, schlug die Silbermondkatze vor, „unser Anführer hält bald die Mittagsversammlung ab, du weisst ja wie sauer er werden kann, wenn wir zu spät kommen“, meinte er und grinste.
Obwohl er sich zuvor in grosser Gefahr befunden hatte, war er jetzt glücklich über seinen Fang. In dieser Jahreszeit war es besonders schwer Beute zu finden, und er hatte schon Glück gehabt, dass er überhaupt etwas gefunden hatte.
Zehn Minuten später zwängten die beiden sich durch den schmalen Gang, der zum Lager führte. Ihre Beute legten sie wie immer in einer kleinen Kuhle ab. Als Silvremoon zu der Kuhle tappte, rief auch schon der Anführer. Schnell legten sie die Beute in die Kuhle und sprang zum Anführer, einer grosswüchsigen schwarzen Katze, die sich Dunkelblitz nannte. Silvremoon konnte ihnsehr gut leiden, manchmal war er zwar ein wenig streng, doch Alles in Allem war er ein sehr guter Anführer. Was Silvremoon an ihm schätzte, war die ausserordentliche Fähigkeit sehr lange (und zwar so lange, dass es einem gehöhrig auf die Nerven gehen konnte) zu überlegen, bevor er etwas tat. Er misstraute jeder Katze auf dieser Insel. Eigentlich war es ja nicht sehr witzig, wenn man in dieser Art unter Verfolgungswahn leidete, aber es war halt doch recht lustig hinter seinem Rücken „Buh!“ zu rufen.

„Nachtara-Clan!“, sprach er laut, dass es alle hören konnten, „wie ihr wisst hat ein Unwetter unseren Welpenbau zunichte gemacht. Die Bauarbeiten werden bald abgeschlossen sein. Wenn alles gut geht, könnt ihr, Krieger, euren eigenen Bau bald wieder benutzen!“ Gejubel ging durch die Menge. „Desweiteren wünsche ich, dass alle die am Morgen jagen gewesen waren, jetzt mit denjenigen tauschen die bisher am Welpenbau gearbeitet haben. Die Versammlung ist somit beendet!“ Silvremoon murrte noch etwas wie, er wolle viel lieber jagen gehen, was aber in Schrittgeräuschen und Blätterrascheln unterging.

„Hi, Cara“, rief er einer wunderschönen Nachtara-Kätzin mit gold-braunen Fell zu und spürte wie ihm heiss würde. „Oh – Hallo, Sparky“, gab sie etwas verdutzt lächelnd zurück. „Ich – ähm – nun, ich wollte gerade auf einen Jagdausflug mit... äh – Car... einen Jagdausflug machen“, fügte sie etwas verlegen stotternd hinzu, wobei sie ebenfalls errötete und sich offenbar strikt weigerte Silvremoon in die Augen zu sehen. „Ah, ja. Schon klar. Ist gut. Dann... Steh ich euch am besten nicht weiter im Weg“, entschied Silvremoon mit etwas blechernen Stimme und gab demonstrativ den Weg zum Tunnel frei. Warum musste sie immer mit diesem Typen zusammen sein? „Tut mir echt leid, Sparky“, flüsterte sie ihm am vorbeigehen zu. Sie sah etwas betreten aus. Silvremoon wollte etwas antworten, doch heraus kam nur ein trockenes Krächzen, was die Spannung nicht gerade minderte. Silvremoon starrte Car zornig nach. Warum bloss?, fragte er sich. Lag es etwa daran, dass er fast den gleichen Namen wie sie hatte? Oder war er einfach nur eifersüchtig? Erneut spürte er in sich Zorn auflodern, und musste gegen die Versuchung ankämpfen Car hinterher zu rennen, und ihn zu schlagen.
An Seite seines besten Freundes Grail, machte er sich auf den Weg zum Welpenbau. Als er aus dem Schatten trat, fiel ihm ein Sonnenstrahl ins Gesicht und er glaubte etwas gelbes aufblitzen zu sehen. Silvremoon fuhr herum. Erst war nur ein Schemen sichtbar. Gleissendes Licht ging von ihm aus. Silvremoon musste die Augen zukneifen. Sobald der Schatten auf ihn zukam, verschwand das Licht. Eine dunkel gestreifte Katze stand vor ihm. Tigerfell. „Willst du dich etwa von der Arbeit drücken? Das passt gar nicht zu dir. Los, mach schon! Wir wollen nicht ewig auf dich warten!“. „Entschuldigung, i-ich dachte ich hätte“, stotterte Silvremoon, schloss dann aber den Mund und liess es bleiben. Mit gesenktem Kopf schlich er hinter dem muskulösen Tigerfell her. Eigentlich mochte Silvremoon ihn gern, aber wenn es um Arbeit ging, war er nie gut drauf. Er warf einen letzten Blick zurück, das die gelben Punkte waren nicht mehr da.

Den ganzen restlichen Tag verbrachten die Nachtaras damit, den zum Glück im Schatten liegenden Welpenbau zu reparieren. Währenddessen begann sich jenseits des Waldes ein Unglück zusammenzubrauen. Zwischen Wald und den hohen Bergen, befand sich das Lager des unfreundlichen Shnurgarst-Clans. Sie wiesen jegliche Art von Zusammenarbeit ab und schauten stets nur für sich selbst. Wenn eine fremde Katze zu ihnen kam, griffen die Shnurgarst sie gnadenlos an. Man wusste deshalb nie was sie als nächstes planten. Das einzige Wissen über sie bestand aus Sagen, Sagen in denen erzählt wird, dass die Shnurgarst seit jeher schon die Herrschaft über die Insel bestrebt hätten, ein altes Recht:
In der Altzeit, als alle Erdteile einander sehr nah waren, bestand ein riesiger Kontinent. Die Insel war nur ein Teil davon, auf der Menschen und Pokemon zusammenlebten und sich gegenseitig unterstützen. Doch als der Meeresspiegel stieg, überlebten nur Wenige die Überschwemmung. Und die Pokemon flüchteten sich auf höher gelegene Orte und verdrängten die Shnurgarst, die früher dieses Territorium beherrscht haben. Daher auch die unterschiedlichen Namen der Geschöpfe. Einige waren von den Shnurgarsts geprägt und andere stammten von richtigen, wilden Katzen ab.


2. Kapitel – Überfall
Silvremoon schreckte auf. Draussen war es noch dunkel, nur der Mond schien am Himmel. Eine blasse Scheibe im Schwarz der Umgebung. Irgendetwas hatte ihn geweckt. Dann merkte er was nicht stimmte. Es war die Stille. Diese Nacht hatten wieder alle im Kriegerbau geschlafen. Doch keiner war hier. Er tappte aus dem Schatten des Baus und schaute sich um. Alles war still. Das Lager lag verlassen da, als wäre es nie bewohnt gewesen. Ihm wurde langsam kalt. In der kühlen Nachtluft würde er sich noch eine Erkältung holen. Sich noch ein letztes Mal umsehend ging er langsam zum Bau. Dann hörte er in der ferne seltsame Geräusche. Er horchte auf. Da waren sie wieder. Ein schrilles Kreischen. Er wirbelte herum. Gerade noch konnte er sehen, wie wie gelbe Augen in den Tunnel, der als Eingang zum Lager diente, verschwanden. Augenblicklich duckte er sich tief ins Gras und nahm eine kauernde Stellung ein. Jetzt konnte er nur hoffen, dass die Luminas noch genug Energie aufnehmen konnten. Sonst würden sie strahlen. Schauernd kroch er auf den Tunnel zu. Ein ausgewachsener Krieger, war er noch lange nicht. Genau genommen könnte man ihn als Schüler einordnen. Wären doch nur die anderen hier.
Der Eingang des Tunnels kam in Sicht. Er duckte sich noch tiefer. Ein Zischen war zu hören. Plötzlich schlug ihm etwas schwarzes gegen die Stirn. Er wurde zurückgeschleudert und landete auf der Seite. Schon flitzte ein dunkler Schatten aus dem Tunnel und drückte ihn zu Boden. Der andere fauchte und schlug ihm ins Gesicht. Verzweifelt versuchte Silvremoon ihn abzustrampeln. Er drehte sich auf den Rücken und versuchte ihn mit den Beinen abzufedern. Aber der Feind war zu schwer. Silvremoon machte noch einen Versuch dann gab er auf. Der Feind holte mit der Pfote aus. Silvremoon dreht seinen Kopf ab, in Erwartung ihn so ein bisschen abfangen zu können. In diesem Augenblick gab es einen Lichtblitz, bei dem beide Kontrahenten die Augen zukneifen mussten.
„Sparky?“, fragte jemand ungläubig. Sein Gegner liess ab. „Ich bins, Grail. Mein Gott, ich dachte du wärst tot.“ Silvremoon richtete sich nun ächzend auf. „Was ist hier überhaupt los Grail?“, wollte er wissen. Grail setzte sich neben ihn und begann zu erzählen.

„Mitten in der Nacht haben wir merkwürdige Geräusche vernommen. Als wir aus unseren Lager traten, waren wir plötzlich von anderen Katzen-Pokemon umzingelt. So viele habe ich noch nie gesehen! Es muss ein anderer Clan gewesen sein. Zuerst sagten sie, sie bräuchten etwas, einen wertvollen Schatz. Natürlich hat niemand von uns gewusst was sie gemeint hatten. Daraufhin haben sie uns angegriffen. Sie waren uns zahlmässig so überlegen, dass wir uns ins Unterholz flüchten mussten. Ich habe erst dann gemerkt, dass du nicht da warst. Ich habe sofort nach dir gesucht, aber da ich dich nirgends finden konnte, nahm ich an, dass du noch im Lager warst.“ Er schauderte. „Wir haben uns erst jetzt wieder in unser Lager gewagt. Und nun habe ich dich angegriffen, weil ich dich für eine feindliche Katze gehalten habe“, schloss er.
„Aber warum haben sie euch angegriffen?“, wollte Silvremoon nun wissen. „Ich habe dir doch schon gesagt, dass ich keine Ahnung habe. Wahrscheinlich suchten sie etwas. Ich denke wir sollten uns keine weiteren Gedanken darüber machen. Ich hole mal die anderen“, und schon preschte er davon. Silvremoon hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch. Ihm war, als ob ihn dunkle Augen aus der Lagerumzäunung beobachteten. Er schüttelte den Gedanken ab. Die Katzen mussten doch längst weg sein!
Nach einigen Minuten warten, erschien Grails Kopf im Tunnel, hinter ihm der ganze Nachtara-Clan. „Silvremoon! Geht es dir gut?“, rief eine helle Stimme. Er wandte den Kopf in ihre Richtung und erblickte seine Schwester, durch die anderen Nachtaras auf ihn zueilend. In der Panik hatte sie sogar vergessen ihn Sparky zu nennen. „Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht“, klagte sie und begann zu schluchzen. „Ist ja gut Letara“, murmelte er ein wenig genervt. Manchmal übertrieb sie es ein bisschen. „Du bist ja verletzt! Hat dich jemand angegriffen?“, wollte sie entsetzt wissen. „Nein, äh – ja eigentlich schon“, sagte er verlegen, „Grail hat mich für eine feindliche Katze gehalten und mich angegriffen.“ „Ohhh, Grail! Ich bringe ihn -“, flippte sie aus. In diesem Moment kam allerdings der Anführer auf sie zugeeilt. „Ich schlage jetzt vor, dass ihr erst einmal alle zu Bett geht, streiten könnt ihr morgen noch“, meinte er bestimmt. Silvremoon liess sich das nicht zweimal sagen und sprang sofort auf den Bau der Krieger zu. Innen erwartete ihn schon Grail. „Ich – Ich wollte noch sagen, dass es mir Leid tut... Ich meine, dass ich dich für jemand anderen gehalten habe. Du weisst schon“, stakste er verlegen rum. „Entschuldigung angenommen. Aber nur unter der Bedinung, nämlich dass du mich jetzt schlafen lässt“, fügte er noch hinzu und grinste. „Na dann. Gute Nacht Sparky.“ „Gute Nacht“, erwiederte dieser gähnend.

Der Anführer des Shnurgarst-Clans sass auf einem Felsen und wärmte sich in der Sonne. Das war vermutlich der letzte sonnige Tag zu dieser Jahreszeit. Dann würde der Winter kommen. Hoffentlich war die Suche erfolgreich gewesen, dachte er. Falls nicht, würde er härtere Massnahmen ergreifen müssen, um ans Ziel zu gelangen. Er verstand nicht, warum er nicht mehr an seinem Platz war. Jemand muss ihn gestohlen haben! Falls sie ihn immer noch nicht finden, werden sie Angriffe auf andere Clans durchführen müssen. In diesem Augenblick kam ein Bote in seinen zum Felsen getappt. „Was gibt’s?“, knurrte der Anführer Dunkelkralle. „Nun, wir haben alles durchsucht, aber... Wir konnten ihn nicht finden. Ein anderer Clan hat ihn.“ Der Bote spie die Worte förmlich aus. „Und dann stehst du noch hier rum?“, grollte der Anführer drohend, „Unternimm gefälligst was! Einer der Clans muss ihn haben. Ich verlange von dir, dass ihn sofort ausfindig machst. Und komm ja nicht wieder, bevor ihr ihn gefunden habt. Verstanden?“ Der Bote machte eilig kehrt und stob davon.

Silvremoon war auf der Jagd, neben ihm Grail als Begleitung. Die Blätter färbten sich schon langsam rot und es wurde zusehends kälter. Ihm begann schon das Winterfell zu wachsen. Damit wäre er gewappnet gegen einen langen Winter. Hier auf dieser Insel, dauerte der Winter wegen ihrer besonderer Lage länger als die anderen Jahreszeiten. Die Insel hatte extreme Gegensätze. Im Sommer war es nahezu tropisch feucht hier. In dieser Jahreszeit kamen warme Winde vom Meer und die ganze Insel erblühte in ihrer Pracht. Im Winter allerdings, erkältete sich der Ozean und die warme Luft überflog die Insel buchstäblich, und liess der kalten Luft Platz, die sich dann auf der Insel absetzte. Im Winter wurde die Insel auch oft von Wirbelstürmen heimgesucht. Während der Winter manchmal bis zu vier Monate andauern konnte, waren Herbst und Frühling nie länger als zwei Monate. Der Clan nutzte den Herbst um ihre Vorräte noch ein letztes Mal aufzustocken, bevor alle Beute unter einer dichten Schneedecke begraben werden würde.
Als es hinter zu ihrer rechten Seite raschelten, erstarrten sie beide. Silvremoon drehte die Ohren ganz leicht in Richtung des Raschelns. Schon wollte er losspringen und sich die Beute schnappen, doch Grail war schneller. Er flitzte an Silvremoon vorbei, fing die Beute zwischen seinen Vorderpfoten und tötete sie mit einem Biss in den Nacken. Erst jetzt sah Silvremoon, dass es ein Rattfratz war. Er nickte Grail anerkennend zu. Rattfratz waren sehr flinke Tiere und man konnte sie nur schwer fangen. Nachdem sie noch viele andere kleine Tiere erlegt hatten, kehrten sie ins Lager zurück, wo ihr Anführer gerade die Versammlung abhielt. „Es ist offensichtlich, dass die Katzen, die uns letzte Nacht angegriffen haben etwas gesucht haben. Was ist mir unbekannt. Wir können auch nur vermuten, wer uns angegriffen hat. Aber wie viele andere hier, denke ich darauf, dass es der Shnurgarst-Clan war. Sie suchten etwas, haben es aber zum Glück nicht gefunden. Sie planen wieder irgendeine Tat, ich spüre es. Wir müssen bereit sein zu kämpfen. Ab nun werden die jungen unter uns Extratraining absolvieren. Wenn es soweit ist, und wir uns wehren müssen, werden wir bereit sein“, endete er. „Juhu“, meinte Silvremoon, „hast du gehört Grail? Wir kriegen Extratraining.“ Dieser war allerdings mässig begeistert. „Ich geh ein Nickerchen machen. Kommst du mit?“ „Nö, ich geh noch ein paar Vögel fangen“, antwortete Silvremoon. Er verabschiedete sich von Grail, und ging durch den Lagereingang hinaus.


3. Kapitel – Verdacht
„Silvremoon, kommst du bitte mal zu mir?“ Der Anführer trat aus dem Schatten einer alten Eiche. „Ja Dunkelblitz?“ „Ist Grail denn nicht bei dir?“, wollte der Anführer weiter wissen. „Nein, er hat ein Nickerchen gemacht, als ich jagen gewesen war. Eigentlich sollte er inzwischen wieder auf den Beinen sein – soll ich ihn holen gehen?“ Dunkelblitz antwortete mit einem gemurmelten: „Ja, tu das“, aber Silvremoon war schon aufgesprungen. Wenige Minuten später kehrte er mit einem verschlafenem Grail zum Anführer zurück. Grail zuckte zusammen als der Anführer gutmütig knurrte: „So, so, die heutige Jugend hat wohl nicht mehr zu tun als schlafen.“ „Ach ich habe nur etwas nachgedacht. - Über den Angriff meinte ich“, fügte Grail noch ein wenig verlegen hinzu, als er merkte, dass seine Geschichte nicht ganz glaubwürdig klang. „Nun wie auch immer“, schmunzelte der Anführer, „ich möchte, dass ihr zwei über diesen Angriff gestern Informationen sucht. Haltet nach Fellbüscheln und Gerüchen Ausschau.“ „Warum müssen das ausgerechnet wir machen?“, fragte Grail etwas mürrisch. „Weil ihr nichts zu tun habt“, sagte er, guckte dabei aber nur Grail an.
Als sie nach einer halben Stunde immer noch nichts gefunden hatten, wollte Grail es aufgeben. Silvremoon schlug daraufhin vor, dass sie vielleicht ausserhalb des Lagers suchen müssten. Erst versuchten sie eine Zeit lang Gerüche aufzuspüren, als sie dann immer noch nicht erfolgreich waren, suchten sie nach Fussabdrücken. Nach weiteren zehn Minuten schrie Silvremoon plötzlich: „Ich hab etwas! Hier sind grosse Pfotenabdrücke zu sehen.“ „Wurde auch Zeit. Wie es aussieht der Shnurgarst-Clan. Erstatten wir Dunkelblitz Bericht!“ rief Grail, der sich bereits auf den Weg, ihm zurück und begann urplötzlich zu rennen als wollte er doch tatsächlich -
„Huiiii, das wird einen neuen Rekord für den 100-Meter-Hürdenlauf geben“, kommentierte Silvremoon, „Wie ein grauer stinkender Blitz rennt er vorbei und auf die erste Hürde zu. Es sieht so aus als würde er es schaffen. Jaaah und jeeetzt: Sprung über die Dornenhecke - au, du müsstest doch langsam wissen, dass hier ein Felsen ist, oder?“ Grail war kopfvoran in einem Felsen gerammt, und nun in einem Busch, der ebenfalls ziemlich dornig aussah, stecken geblieben. „Tja, musst halt noch ein bisschen üben Grail, was?“, spöttelte Silvremoon, „Ich bevorzuge die bequeme Variante.“ „Denk ja nicht, ich hätte der mit dem stinkenden Blitz vergessen“ , knurrte der Strauch missmutig zurück.
Nachdem sie Dunkelblitz Bericht erstattet hatten, war die Sonne am untergehen und die beiden Freunde konnten gerade noch sehen wie der goldene Feuerball hinter den rot glühenden Bäumen in den Wald versank. Bald war nur noch ein rötlicher Rand um die Bäume zu sehen, der nach und nach verblasste und dem dunklen Grün der Bäume wich. Sie nutzten die restliche freie Zeit am Abend, indem sie wiedereinmal früh ins Bett gingen, um sich morgen für das Extratraining bereit machen zu wollen. Aber Silvremoon konnte nicht schlafen. Es liess ihm keine Ruhe, dass es der Shnurgarst-Clan war, der sie angegriffen hatte. Denn obwohl sie den Pfotenabdruck ganz deutlich gesehen hatten, liess es ihm keine Ruhe mehr, dass sie keine Geruchsspuren finden konnten. Er wältzte sich mehrmals auf seinem Nest hin und her, bevor er endlich einschlief.

Silvremoon stand am Rande des Waldes, dort wo das Shnurgarst-Territorium anfing. Die Sonne ging gerade auf, was die Gegend um ihn herum ihn diffuses Licht versetzte. Alles schien jeglicher Farbe beraubt. Sogar der Wald erschien grau. Er vernahm ein Rauschen, das immer lauter wurde. Der Wind strich über die schroffe Landschaft, doch die Bäume verbogen sich kein bisschen. In dem Wald erschienen plötzlich dunkle Schätten, die sich auf Silvremoon zubewegten. Sie huschten zischend am Boden nach und formten sich immer wieder zusammen, verschmolzen und zerteilten sich immer wieder frisch. Panik packte ihn wie eine eiserne Klaue. Die Schatten verfärbten sich langsam zu violettem Schleim. Wie eine Flutwelle kam er auf Silvremoon zu. Er presste die Augen zusammen in Erwartung, dass er von ihr mitgerissen werden würde, wie eine kleine Ameise hinfortgespült werden würde. Doch nichts geschah. Als er die Augen wieder öffnete sah er vor sich ein riesiges Gebilde aus dem Schleim. Eine riesige Katze, die ganz schnell immer wieder ihre Form und Grösse veränderte. Drohend beugte sich die Kreatur zu ihm herab. Allmählich wechselte sie ihre Gestalt immer langsamer, bis sie die Gestalt eines riesigen Folipurbas annahm. Drohend beugte sie sich zu ihm herab. Langsam holte sie mit der riesigen Tatze zu einem Schlag auf. Silvremoon war wie betäubt vor Angst. Seine Beine bewegten sich nicht. Als die Tatze nur noch wenige Meter von ihm entfernt war, schloss er die Augen in Erwartung eines Schlages. Doch es blieb ruhig. Schrecklich ruhig.

Silvremoon wachte schweissgebadet in seinem Bau auf. Er keuchte, als wäre er gerade vor dem violleten Folipurba davongerannt. Der blosse Gedanke an das Pokemon liess ihn erschaudern. Was hatte das zu bedeuten? Er versuchte sich daran zu erinnern, doch seine Erinnerung verblasste allmählich. Zurück blieben nur die riesigen dunkeln Augen und das bösartige Leuchten in ihnen. Am ganzen Körper zitternd kam er auf die Beine. Auf weichen Pfoten schlich er so leise wie möglich aus dem Bau, wo die Anderen noch seelenruhig schliefen.
Draussen war es hell. Der Himmel war praktisch wolkenlos und es war fast Vollmond. In der Nacht war die Lichtung eine einzige silberne Fläche, der schwarze Wald erstreckte sich wie ein Mantel der Dunkelheit um sie herum. Es musst fast schon Mitternacht sein. Nur noch zwei Tage bis zur nächsten Versammlung!, kam ihm in den Sinn. Er hörte langsam auf zu zittern. Die frische Luft tat ihm gut, und er beruhigte sich. Schon der zweite Traum in einer Woche. Sowas hatte er sonst nie, wurde er etwa zu einem Propheten? Vielleicht sollten die Träume ja Visionen aus der Zukunft sein... Wenn dem so war, würde das bestimmt nichts gutes für die Zukunft der Insel bedeuten. Der erste Traum hatte viel echter gewirkt. Er fühlte fast noch wie die Krallen des anderen über sein Ohr gezogen wurden, während dem der andere Traum schon fast verblasst und ganz undeutlich geworden war. Das einzige was er noch ganz deutlich vor ihm sah, war das brüllende Folipurba, das sich aus einer violetten Masse gebildet hatte. War es denn möglich, dass letztendlich die Folipurbas nach dem Untergang der anderen Clans trachteten, vielleicht hatte der Shnurgarst-Clan gar nichts vor.
Sollte er es dem Anführer erzählen? Aber das würde keinen Sinn machen. Nichts deutete darauf hin, dass der Folipurba-Clan gefährlich werden konnte. Er hatte einen schweren Rückschlag erlitten, das hatte er sogar in der grossen Versammlung gesagt. In diesen Nächten versammelten sich alle vier Katzen-Clans an jenem Ort, der schon seit Generationen mit alten Kräften bemächtigt war. Anführer suchten ihn auf, um danach einzigartige Fähigkeiten zu bekommen. Sie konnten dann mithilfe ihrer Gedanken unglaubliche Kräfte entfesseln, die ganze Felsen sprengen könnten. Über diese Kräfte sind allerdings zu wenig bekannt. Sie gelten als gefährlich, fast schon unkontrollierbar. Deshalb setzten Anführer diese Kräfte nur in grösster Not ein. Manche sagen sogar, dass diese Kräfte von überirdischen Wesen stammen. Aber das waren alles nur Mythen. Silvremoons Gedanken wurden von einem Knacken unterbrochen. Ein Beutetier! Nachtaras waren zwar überwiegend am Tag aktiv, doch auch in der Nacht sahen sie ausgezeichnet, schliesslich waren sie ja schlussendlich normale Katzen. In ihren speziell grossen Augen wurde das Licht erst mehrmals reflektiert, bevor es verloren ging. So konnte möglichst viel Licht auf die Netzhaut treffen. Ausserdem sahen sie nicht nur die Farben des Regenbogens. Für sie war auch die Wärme von Körpern und Umgebung und sogar hochenergetische Strahlen – wie Röntgenstrahlen – waren für sie noch sichtbar. Das alles kombinierte ihr Gehirn zu einem einzigen Bild aus dem sie mehr als alle anderen Lebewesen auf der Insel herauslesen konnten. Den Geräuschen und der Grösse nach musste es sich um ein schwereres Tier handeln. Jetzt sah er auch den unverkennbaren Blitzschwanz. Nur Pikachus veranstalteten solchen Lärm. Manchmal war einem die Natur ja echt ein Rätsel. Ein dickes, unmöglich tarnbares Vieh, das soviel Krach veranstaltete, dass jeder anständiger Jäger sofort darauf aufmerksam wurde. Immerhin war es einer gute Beute, ein Pikachu lieferte ja reichlich viel Fleisch. Silvremoon nahm die Verfolgung auf. Offensichtlich hielt das Pikachu selbst auch nach Essen Ausschau. Umso besser. Auch wenn es sowieso nicht abhauen könnte. „Sparky, was machst du denn hier?“, ertönte eine erstaunte Stimme. Das Pikachu wandte träge den Kopf. Als es begriffen hatte was passiert war, ergriff es schleunigst die Flucht. Silvremoon schaute sich um und fauchte: „Wegen dir hauen ja sogar die Pikachus ab! - Oh, Letara, entschuldige ich wusste nicht, dass du das warst.“ „Freundliche Begrüssung“, grummelte Silvremoons Schwester. „Kannst du auch nicht schlafen?“ „Ich habe schlecht geträumt – wie immer in letzter Zeit“, fügte er hinzu. „Aber es war noch nie so realistisch.“ „Ich denke du solltest mal Eryun besuchen.“ Eryun war die Heilerin des Nachtara-Clans. Sie hatten nur eine Heilerin, dafür war sie die beste, die man sich wünschen konnte. „Hmm, ich weiss nicht...“, erwiederte Silvremoon. „Auf jeden Fall solltest du jetzt schlafen gehen. Morgen haben wir Training.“ „Wenn du meinst. Gute Nacht Letara“, sagte er zum zweiten Mal an diesem Tag. „Gute Nacht Bruderherz“ Erst im Kriegerbau kam ihm in den Sinn, dass er sich noch gar nicht entschieden hatte, ob er Dunkelblitz den Traum mitteilen sollte oder nicht. Er würde es sich morgen noch überlegen müssen.

Fernab des Waldes in einer Felswüste namens Turlock lag Dunkelklaue, der Anführer des Shnurgarst-Clans wütend vor dem Bau. Schon wieder kein Erfolg. Er hieb zornig mit den Krallen in den weichen Boden, wodurch die Grasbüschel wegflogen. Mit ihm war nicht zu spassen. Die anderen Clans würden es bereuen den heiligen Stein auch nur angefasst zu haben. Sie würden etwas unternehmen. Er würde eine Versammlung abhalten. Jetzt gleich. „Shnurgarst-Clan“, jaulte er in die Nacht, „versammelt euch vor dem Grossen Felsen!“



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2 Re: GemSpark am Mi Jun 29, 2011 4:48 am

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3 Re: GemSpark am Mi Jun 29, 2011 4:48 am

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4 Re: GemSpark am Mi Jun 29, 2011 4:48 am

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5 Re: GemSpark am Mi Jun 29, 2011 4:48 am

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6 Re: GemSpark am Fr Jul 01, 2011 4:33 am

Saika


Pokemon Professor
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Ich glaube, die Geschichte ist den meisten einfach zu lang, was ich ziemlich schade finde. Ich persönlich mag die Geschichte nämlich sehr gerne und finde, dass wenn man erst mal angefangen hat zu lesen, gar nicht mehr aufhören kann. Besonders gut gefällt mir, dass du die Orte immer sehr stimmungsvoll beschreibst und auch sehr gut die Atmosphäre rüberbringst, sodass man fast das Gefühl hat, selber dabei zu sein. Schreib bitte weiter auch wenn das außer mir sowieso niemand liest, denn ich würde wirklich gerne erfahren, was der Shnurgarst-Clan plant.

7 Re: GemSpark am Mi Jul 06, 2011 10:21 am

Saphir

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Super-Moderator
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Weiterschreiben werd ich bestimmt Wink Danke für den Kommentar. Ich hab ja eh noch ein paar Kapitel auf Lager, die ich noch nicht online gestellt habe.

Update: 3. Kapitel - Verdacht
ist jetzt online! Wenn ich das so durchlese, bekomme ich Angst vor meinem "Humor" o.O


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8 Re: GemSpark am Do Jul 14, 2011 11:37 pm

Saika


Pokemon Professor
Pokemon Professor
Ich finde, du kannst richtig gut schreiben. Die Geschichte gefällt mir sehr gut, auch wenn ich eine Stelle wegen ca. 5 Grammatik-Fehler nicht ganz verstanden hab (Tut mir leid falls das jetzt hart rüberkommt). Ich hoffe du schreibst/lädst hoch/was auch immer bald weiter!

9 Re: GemSpark am Di Okt 04, 2011 9:56 am

pumaone

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Ass Trainer
Ass Trainer
ich finde die geschichte sehr spannend man kann sich sehr gut reinversetzen ,
ich bin schon sehr gespannt auf den neuen kapitel ^^
will wissen was die Clan Plant ? Very Happy
mach weiter so . würde auf so eine geschichte niemals kommen .
Cool Cool Cool !

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